2 Tage in Marseille

Die Originalsprache dieses Artikels ist Deutsch. 

Marseille – bunt und lebendig oder sogar wild? Wir haben in Frankreichs zweitgrößter Stadt nur 2 Nächte verbracht und 1,5 Tage für unsere Erkundungen gehabt. Das ist tatsächlich zu wenig, um eine Stadt gut kennenzulernen und absolut nicht ausreichend, sie irgendwie definieren zu wollen. Das ist auch nicht der Zweck dieses Textes, der viel eher mit Hilfe von vielen Fotos meinen ersten Eindruck vorstellen wird. Marseille war die letzte Station unserer Sommerreise durch Südfrankreich und ich habe diese Zeit wirklich genossen. 

Ich habe nicht allzu lange vor unserer Reise über Marseille recherchiert. Verschweigen werde ich aber nicht, dass ich mir mehrere YouTube Videos angeschaut und interessante Texte auf dem Reiseblog “meinfrankreich.de” gelesen habe. Sie haben diese Hafenmetropole als äußerst sehenswerte Stadt geschildert.

Das war auch mein Eindruck, aus der Perspektive einer Touristin, die einerseits in 1,5 Tagen möglichst viel sehen und schaffen will, andererseits aber genießen und die Atmosphäre der Stadt in Ruhe auf sich wirken lassen will. Ich denke, dass wir diese Herausforderung gut gemeistert haben. Wahrscheinlich hat auch das Wetter dazu beigetragen, weil es an diesen zwei Tagen nicht so heiß war, wie an den Tagen zuvor und wir wirklich viel gehen konnten.

Und jetzt kommt mit, ich zeige euch, was wir in Marseille gemacht, gesehen und besichtigt haben. Unser erster Programmpunkt nach der Ankunft war ein spätes Mittagessen in einem tollen tunesischen Restaurant “Jasmin”, das ich euch auf jeden Fall empfehlen möchte. Es ist ein kleines gemütliches Restaurant, das überhaupt nicht touristisch wirkt. Die Speisen waren ausgezeichnet und die Bedienung sehr nett. Zu finden ist es auf dieser Adresse: 53 Rue de Forbin. 

Danach sind wir durch die “Rue de la République” gegangen und irgendwann spontan in den ältesten Stadtteil von Marseille – “Le Panier” – abgebogen. Hier geht es auf und ab, es gibt hier viele Stufen, wunderbare Gassen, tolle Street-Art Fassaden und schöne Läden und Cafés. 

Durch “Le Panier” sind wir dann ans Meer gekommen und am “Quai du Port” entlang gegangen, bis wir im “Vieux-Port” angekommen sind. Nach kurzem Überlegen haben wir uns dann entschieden, einen Bus zu nehmen und zum Wahrzeichen von Marseille – der großen Kirche hoch über der Stadt – der “Notre-Dame de la Garde” – zu fahren. Wir sind im “Vieux-Port” in die Metro-Station gegangen, um entweder Einzelfahrkarten oder 24-Stunden-Tickets zu kaufen. Weil wir nicht sicher waren, ab welchem Alter hier Kinder zahlen müssen, haben wir uns entschieden, bei der Auskunft zu fragen. Die Information lautete, dass Kinder nur bis zum 6.Geburtstag kostenlos fahren dürfen. Dann kam aber eine andere Information: “because of the pollution, you can buy 4 single tickets and you can use it everywhere and how often you want till midnight.” Interessant! Danke, gut zu wissen und los geht’s – bald saßen wir in einem vollen Bus und sind in einem rasenden Tempo hoch hinauf auf den Hügel zur “Notre-Dame de la Garde” gefahren.

Es war bereits bewölkt und windig und der Regen hat nicht lange auf sich warten lassen. Der Ausblick auf die ganze Stadt und das Meer war grandios. Leider durften wir nicht in die Kirche hinein, weil gerade eine Messe war. Schade, aber nicht tragisch, und ein bisschen konnten wir von der Tür aus in die Kirche hineinschauen. Die Mosaiken im Interieur der Kirche, auf die ich mich gefreut hatte, habe ich zwar nicht gesehen, aber irgendwie fand ich das doch nicht so schlimm. Noch zuvor haben wir eine andere Kirche “Eglise Saint-Ferréol les Augustins” und am nächsten Tag dann die “Cathédrale La Major” besichtigt. Und die waren auch sehr schön.

Zurück ins Zentrum sind wir dann wieder mit dem Bus Nummer 60 gekommen und da hat es schon stark geregnet, sodass wir uns gleich in einem Café gegenüber der Bushaltestelle versteckt und eine Pause gemacht haben. Gestärkt sind wir durch den Boulevard “La Canebiére” zur Straßenbahnhaltestelle “Cours Saint Louis” gegangen, weil wir einfach eine Runde mit der Straßenbahn fahren wollten, um die Stadt aus dem Fenster beobachten zu können. 

Ausgestiegen sind wir in “Castellane” und danach haben wir zum ersten Mal auch die U-Bahn von Marseille getestet. Wir haben uns entschieden, dass wir schon Richtung unserer Unterkunft fahren werden. Es war noch nicht so spät am Abend, aber wir hatten an diesem Tag auch schon die Vormittagsreise von Le Grau Du Roi über Nimes nach Marseille hinter uns, und am Nachmittag haben wir in Marseille eigentlich auch viel geschafft. Wir sollten genug Kräfte für den nächsten Tag haben.

Auch unser zweiter Tag in Marseille ist super gelungen. Nach dem Frühstück in der “Boulangerie Marceau”, in meinem Fall ein Eclaire und Kaffee, sind wir dann zur “Porte d’Aix”, einem Triumphbogen auf dem Platz “Jules-Guesde” gegangen.

Von hier aus haben wir den Weg durch die “Rue d’Aix” fortgesetzt, in den Teil “Belsunce” und an verschiedensten Restaurants und Cafés vorbei. Hier findet man zum Beispiel viele türkische Restaurants und Bistros, aber natürlich nicht nur. In der “Rue Thubaneau 23” gibt es “Le Memorial de la Marseillaise”, ein Museum über die Geschichte der französischen Hymne, das aber geschlossen war. 

Unweit von hier befindet sich der Bezirk “Noailles” mit einem schönen Obst- und Gemüsemarkt, gleich bei der U-Bahn-Haltestelle “Noailles”. Dieser Stadtteil stand auf unserem Plan, aber dazu erst später. Zuerst sind wir nämlich nur über den Markt gegangen und dann weiter bis zur Straße “Course Julien” Nr. 34. Hier befindet sich nämlich die “Savonnerie Marseillaise de la Licorne”, die zu bestimmten Uhrzeiten kommentierte Touren durch diese Seifenfabrik anbietet. Wir haben an der Tour um 11 Uhr teilgenommen und viele Informationen bekommen und einer anschaulichen Demonstration der Seifenherstellung zugeschaut. Ein Besuch in dieser Manufaktur lohnt sich meiner Meinung nach auf jeden Fall. Und wer nur ein paar Seifen kaufen möchte, wird hier auch fündig.

Das ganze Gebiet um den “Course Julien” ist wunderbar, genauso wie der große Platz “La Plaine”, auf dem an manchen Tagen ein großer Markt stattfindet, leider aber nicht am Sonntag. Aber es war trotzdem kein Fehler in diese Gegend zu gehen, da ein Spaziergang hier wie ein Geschenk oder eine Überraschung ist – mit all den interessanten Häuserfassaden, Graffitis, Cafés usw. Und mitten auf dem “La Plaine” Platz gibt es auch einen Kinderspielplatz, wo man auch etwas Schatten finden kann.

Wir sind allerdings weitergegangen, weil sich der Hunger langsam (und bei einigen schneller) angekündigt hat. Gegessen haben wir im Restaurant “Planete Couscous” und was sonst als Couscous, Salat und “Kefta” (Köfte). Alles hat super geschmeckt, wir haben draußen gesessen, uns erholt und danach unseren Spaziergang fortgesetzt.

Dann machten wir uns auf nach “Noailles” durch die “Rue d’Aubagne” am Homer Denkmal vorbei und immer geradeaus. Gleich waren wir mitten im Gebiet, in dem man wunderbare Geschäfte mit Gewürzen, Keramik, Handtaschen, Seifen, Produkten aus Schilf und viel mehr findet. Es fehlen nicht Cafés und Bäckereien, zum Beispiel mit Baklava.

Ich fand die Atmosphäre hier besonders schön – einfach gehen, die Leute beobachten, ein paar Läden besuchen und als ich dann noch zwei wunderschön bemalte Keramikschüsseln kaufte, war ich total glücklich. In diesem Gebiet sind natürlich auch Touristen unterwegs (wie wir), aber auch sehr viele Einheimische und alles mischt sich hier irgendwie auf eine natürliche Art und Weise. Hier hätte ich gerne noch mehr Zeit verbracht, einen Kaffee getrunken und wäre all die Gassen durchgegangen, aber wir wollten an dem Tag noch andere Orte besuchen.

Im “Vieux-Port” sind wir in den Bus eingestiegen, der uns bis zur “Cathédrale La Major” gebracht hat. Es handelt sich um eine riesige neobyzantinische Kirche unweit vom Ufer, die wirklich sehenswert ist. Danach sind wir bei starkem Wind bis zum “Mucem” – Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers – gegangen und dann über die enge moderne Brücke “Passarelle Fort Saint-Jean-J4” bis zur Festung mit einem dominanten Turm. Hier kann man sowohl den Ausblick aufs Meer als auch den alten Hafen genießen.

Von hier aus sind wir dann Richtung “Le Panier” gegangen, wo wir, wie am Tag vorher, wieder neue Gassen entdeckt haben. Es lohnt sich hier spontan zu wandern, manche Straßen können ziemlich voll sein und wirken sehr touristisch, andere wiederum überhaupt nicht. Street-Art, kleine Läden und Cafés findet man überall. Wir sind einfach gegangen, ab und zu sind wir irgendwo stehen geblieben oder wir haben uns einfach auf die Stufen hingesetzt und die Atmosphäre genossen. Ich fand auch super, dass man hier kleine Brunnen finden kann, wo man frisches kaltes Wasser einfüllen kann. Von “Le Panier” war es dann nicht mehr weit in unsere Unterkunft.

Trotzdem war es noch nicht der letzte Programmpunkt. Von der Kreuzung “Joliette” (hier ist auch die U-Bahn-Haltestelle “Joliette”) ist es nur noch ein Stückchen zu “Les Terrasses du Port”, einem Einkaufszentrum mit einer großen Aussichtsterrasse, wo wir einfach noch den Blick aufs Meer geworfen und einem gerade vorbeifahrenden Kreuzschiff zugesehen haben. Herrlich. Nach dem Besuch eines Lego-Shops in diesem Einkaufszentrum sind wir aber dann doch schon in unsere Unterkunft gegangen.

Es waren zwei erlebnisreiche Tage in Marseille und ein toller Abschluss unserer Sommerreise in Südfrankreich!

 

 

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