Malta 2026 – Unsere Sommerreise

Malta zu besuchen, war keine spontane Idee. Das kleinste Land der EU stand schon länger auf unserer Wunschliste. Da wir generell gerne Badeurlaub und Städtereisen kombinieren, kam uns Malta eigentlich als eine ideale Möglichkeit vor.

 

Die Originalsprache dieses Artikels ist Deutsch. Text und Fotos: Kristyna Ratschan

Und so war das auch. Weil wir möglichst viel von der Insel sehen wollten, haben wir uns schon im Rahmen der Reiseplanung entschieden, dass wir zwei unterschiedliche Unterkünfte buchen werden. Den ersten Teil unserer Reise haben wir im Süden, in Marsaxlokk verbracht, und den zweiten Teil dann im Norden, in Mellieha. Als wir die Ferienwohnungen gebucht haben, habe ich mich eigentlich nicht gefragt, wie viele Kilometer sie voneinander entfernt sind. Ich habe nur gewusst, dass es auf Malta gute Busverbindungen gibt und daher habe ich mich mit dem Thema nicht weiter beschäftigt.

Ein paar Wochen vor der Reise ist dann unser jüngerer Sohn mit der Information über die Fläche von Malta gekommen. “Malta ist kleiner als Prag”, hat er gesagt. “Wie bitte?” war in meinem Kopf und natürlich habe ich auch gleich recherchiert. Tatsächlich… Das ganze Land, bestehend aus den Inseln Malta, Gozo und Comino, hat 316 km2. Die Hauptinsel Malta ist mit der Fläche 246 km2 ungefähr so groß wie Frankfurt am Main. Wer hätte das nur gedacht. Als ich das einer Freundin erzählte, hat sie reagiert: “Was werdet ihr dort die ganze Zeit machen?”. Dass wir uns aber die 11 Tage nicht gelangweilt haben, werdet ihr gleich sehen. 

Marsaxlokk ist ein kleines gemütliches Fischerstädtchen mit einem schönen Stadtplatz, einer Kirche, einer angenehmen Promenade, an der viele bunte Fischerboote – das klassische Fotomotiv von Marsaxlokk – ankern. Am Abend kann man hier wunderbar spazieren gehen und einen Restaurantbesuch würde ich auch empfehlen.

In Marsaxlokk gibt es zwei Sandstrände – Ballut ta’ Marsaxlokk und Ghar Ahmar Bajja. Es handelt sich um keine großen Strände, aber Ende Juni waren sie nicht überfüllt und ich tippe, dass die Mehrheit von Strandbesuchern Einheimische waren. Beide Strände sind zu Fuß gut erreichbar, ich persönlich habe Ballut ta’ Marsaxlokk schöner gefunden, vor allem wegen den kleinen Muscheln, die man dort überall findet.

Man muss bedenken, dass in der Nähe von Marsaxlokk permanent ein großes Containerschiff ankert und auch the Dalimara Power Station immer zu sehen ist. Irgendwie gehört es aber zum Gesamtbild dort und wir haben diese Strände viel angenehmer gefunden als zum Beispiel den Mellieha Strand (der längste Sandstrand Maltas) im Norden der Insel, den wir dann erst später besuchen sollten.

Man könnte noch erwähnen, dass es sonntags in Marsaxlokk einen bekannten Markt gibt, auf dem man frische Fische, weitere Lebensmittel, Kleidung, Spielzeug etc. kaufen kann. Wir sind jeden Tag gerne in die Bäckerei Pompei Bakery gegangen und haben dort frisches Gebäck geholt. Sonst haben wir in Marsaxlokk nur zwei Lebensmittelgeschäfte gefunden – einen kleinen Laden unweit der Promenade und einen Spar etwas oberhalb des Zentrums. Nicht zu vergessen ist der tolle Fischladen unweit des Stadtplatzes. Für ein paar Tage war es völlig ausreichend. 

An einem Abend haben wir eine wunderbare Wanderung gemacht. Wir wollten uns den St.Peter’s Pool anschauen. Man kann dorthin mit einem Boot hinfahren, dafür wird in Marsaxlokk viel geworben. Sehr oft handelt es sich dabei um Ausflüge mit einer Bademöglichkeit. Uns kamen diese Angebote aber viel zu touristisch vor und deswegen haben wir uns für eine andere Option entschieden und sind an einem Abend hingewandert.

Zuerst ging es nach oben, zwischen Feldern, dann auf der Straße und dann kam wieder ein ruhiger Weg, überall Steine, Kaktusse, Kapern usw. Und dann kam das Highlight dieser Strecke… Und nein, es war nicht der St. Peter’s Pool sondern das Hofriet Window (Fenster) und die wunderbare Bucht. Hier haben wir tatsächlich einige Minuten gestanden und einfach nur geschaut. Der Blick war wirklich atemberaubend.

Danach ging es weiter zu St.Peter’s Pool, wo wir wiederum leicht enttäuscht waren. Selbstverständlich ist die Natur dort sehr schön, die Felsen, das klare Wasser, eine schöne Kulisse auf jeden Fall, aber die vielen Leute und die Partystimmung (nichts gegen Partys) dort haben mich in dem Moment irgendwie irritiert. 

Natürlich haben wir auch die Hauptstadt Valletta und eine der drei gegenüberliegenden “Three Cities” – konkret Senglea (Isla) – besucht. Ich liebe Städtereisen und dementsprechend war ich begeistert. Valletta ist lebendig und die Hauptstraße Triq Ir-Repubblika sehr voll. 

Ich persönlich erlebe und genieße die Atmosphäre einer für mich neuen Stadt meistens ein paar Straßen weiter von den frequentiertesten Orten. In Valletta geht das einfach, immer wieder gelangt man nämlich zu einer Kreuzung, an der man sich entscheiden kann, in welche Richtung man sich begibt – nach unten, nach oben, Treppen, mit Blick aufs Meer,… Und dann einfach los – Häuserfassaden mit farbigen hölzernen Erkerbalkonen bewundern, die hier so typisch sind usw. Man bezeichnet sie übrigens Gallariji, wie ich erst jetzt im Nachhinein beim Schreiben herausgefunden habe. Das war auf jeden Fall etwas, was mich bei jedem Spaziergang immer wieder faszinierte.

Der Besuch der Kirchen St.John’s Co-Cathedral und St.Paul’s Pro-Cathedral lohnt sich auf jeden Fall. Und wenn ihr nach all den Sehenswürdigkeiten müde seid, gönnt euch ein gutes Eis in der Gelateria Cremilla. 

Gestärkt seid ihr vielleicht bereit, eine oder mehrere der Three Cities (Vittoriosa/Birgu, Senglea/L-Isla, Cospicua/Bormla) zu besuchen. Wir haben uns für die Stadt Senglea entschieden, in die man problemlos mit der Katamaran-Fähre gelangen kann. Die Fahrt ist günstig und schnell (10-15 Minuten).

Senglea möchte ich allen empfehlen, die außer den berühmten Fotomotiven – dem Wachtposten an der Spitze der Halbinsel und dem Blick auf den Grand Harbor und Valletta – eine authentische und nicht-touristische Atmosphäre genießen wollen. In vielen Straßen waren wir die einzigen Fußgänger überhaupt.

Unsere zweite Unterkunft war im Norden der Hauptinsel, in Mellieha. Das Stadtzentrum mit der imposanten Pfarrkirche Parish Church of the Nativity of the Virgin Mary liegt oben auf dem Hügel, das touristische Urlaubsgebiet unten in Strandnähe. Wie ich schon erwähnt habe, handelt es sich um den längsten Sandstrand Maltas, aber wir haben hier nur einmal gebadet.

Zweimal sind wir mit dem Bus zum Paradise Bay gefahren, es sind nur ein paar Minuten mit dem Bus. Dort haben wir auf Malta zum ersten Mal Wellen erlebt und ja, es waren dort natürlich viele Leute, weil der Strand nicht allzu groß und wirklich schön ist, aber die Umgebung, die Felsen und der schöne Sand haben sich wirklich gelohnt. 

Ein weiterer Ausflug waren Mdina und Rabat im Inland von Malta, die gleich nebeneinander liegen, abgetrennt nur durch eine frequentierte Straße. Schon wenn man sich Mdina nähert und diese von einer massiven Stadtmauer umringte Stadt auf dem Hügel sieht, fühlt man sich wie auf einer Reise in die Geschichte. Mdina ist genauso wie Valletta vom Barock geprägt. Das typische Bild von Mdina sind Kirchen, Klöster, Adelspaläste, enge Gassen und ab und zu vorbeifahrende Kutschen. Wunderbar.

In Rabat kann man auch sehr gut spazieren gehen und einiges besichtigen. Wir haben uns für die Paulus-Grotte und damit verbundenen Katakomben entschieden. Und in Rabat habe ich wahrscheinlich die beste Lasagne meines Lebens gegessen – im Restaurant Yana’s. Man kann dort entweder drinnen oder oben auf der Dachterrasse sitzen.

Was ich in Rabat (aber nicht nur dort) faszinierend fand, waren die vielen und für Malta typischen religiösen Keramikplaketten an den Hausfassaden. Die meisten haben die Heilige Familie, die Maria mit dem kleinen Jesus oder den Josef mit dem Jesuskind dargestellt. 

An einem Tag wollten wir auch die kleinere Insel Gozo und ihre Hauptstadt Victoria besuchen. Die Überfahrt mit der Fähre zwischen Cirkewa (im Norden der Hauptinsel Malta) und Mgarr (Gozo) dauert 25 Minuten. Man fährt an der kleinen Insel Comino vorbei und es ist möglich, drinnen bei einem kleinen Snack oder oben an Deck zu sitzen und den Wind und den Ausblick zu genießen.

Mit dem Bus sind wir dann weiter nach Victoria gefahren. Hier haben wir eine sehr schöne Kirche – St.George’s Basilica mit wunderbaren Mosaiken besichtigt. Auch die Zitadelle ist einen Besuch wert und die Aussicht von der Befestigungsmauer phänomenal. Vergesst aber auch in Victoria nicht, durch die ganz normalen Gassen zu gehen und sicherlich entdeckt ihr etwas Interessantes.

Am Ende möchte ich noch ein paar persönliche Kommentare schreiben, die nur als meine Erfahrung zu nehmen sind. Es kann sein, dass andere Leute Malta ganz anders erleben. Mich hat das Land vor allem wegen der Architektur beeindruckt. Nicht nur die imposanten historischen schönen Bauten, sondern vor allem die normalen Gassen und ihre Atmosphäre. 

Liebevoll habe ich auch gefunden, wie Straßenkatzen geschätzt werden. An vielen Orten haben wir kleine Behälter mit Wasser oder Katzenfutter gesehen, manchmal auch kleine Häuschen, die wir “Katzenhotels” genannt haben. Für uns war es auch sehr praktisch, dass es auf Malta und Gozo viele Buslinien gibt, die Orte miteinander gut verbunden und die Busse bequem und klimatisiert sind.

Unsere Abendwanderung zu Hofriet Fenster fand ich auch toll. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man im Frühling oder Herbst, wenn das Wetter schön, aber nicht heiß ist, noch viele andere Wanderungen unternehmen kann. Wer einen reinen Badeurlaub plant, sollte sich vielleicht eher für eine andere Destination entscheiden. Wir haben zwar schön im Meer gebadet, aber erwartet in Malta keine langen, großen, breiten Sandstrände, die gibt es dort nicht. Ein bisschen hat mich überrascht, dass das Angebot an Obst und Gemüse nicht besonders gut war. Ich vermute, es liegt daran, dass man das meiste nach Malta mit dem Schiff transportieren muss und vielleicht sind die Lagerungsmöglichkeiten nicht so gut. Ich weiß es aber nicht. Dafür bekommt man in Malta zum Beispiel eine ausgezeichnete Süßigkeit – Helwa – die vor Ort produziert wird. Oliven, Kapern, Fische, Octopusse,… gibt es natürlich auch und schmecken sehr gut.

Ein Rätsel ist mir bis heute die Tatsache, dass ich in 11 Tagen keine einzige Drogerie gesehen habe. Ob ich nur falsch geschaut habe, oder die Drogeriewaren nur in Lebensmittelgeschäften und Apotheken verkauft werden? Wer weiß.

 

Und zuletzt die maltesische Sprache. Diese 3 Wörter habe ich gelernt – Merħba = Willkommen, Bonġu = Hallo, Grazzi = Danke. Maltesich klingt in meinen Ohren wie Arabisch, ab und zu habe ich ein englisches oder italienisches Wort identifiziert. In einem Buch habe ich aber gelesen, dass Arabisch-Sprechende Maltesisch nicht verstehen. Ob das stimmt, kann ich nicht bestätigen. Man kann sich aber natürlich sehr gut auf Englisch verständigen und Englisch ist auch eine der beiden offiziellen Sprachen dort.

 

Und damit komme ich ans Ende meines Artikels. Ich wünsche allen, die sich für einen Malta-Besuch entscheiden, eine wunderbare Reise, unvergessliche Erlebnisse und genießt einfach eure Zeit dort!

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