Was für ein Abenteuer! Einen zugefrorenen See habe ich schon lange nicht überquert…
Vor ein paar Tagen haben wir uns entschieden, dass wir die Stadt Tábor besuchen wollen. Diese historische Stadt liegt im Süden von Prag, auf der Strecke Prag – Tábor – Budweis – Linz. Vom Prager Hauptbahnhof braucht man nur eine Stunde mit dem Zug. Unsere Zugfahrt war sehr angenehm und schon beim Ankommen haben wir aus dem Zug den Stausee Jordán gesehen. Und schon wartete eine große Überraschung auf uns. Der See war zugefroren und es waren dort mehrere Eisläufer und Eisläuferinnen unterwegs. Damit stand auch unser erster Programmpunkt in Tábor fest.
Wir hatten natürlich keine Ausrüstung dabei, abgesehen davon, dass ich Schlittschuhe das letzte Mal vielleicht mit 15 Jahren besessen habe. Aber zu Fuß macht es auch Spaß! Nach meinem anfänglichen Misstrauen, ob das doch nicht etwas gefährlich sei, von einer auf die andere Seite des Stausees zu gehen, haben wir uns auf den Weg begeben. Es war toll und zum Glück auch sicher, weil die Eisschicht dick genug war. Diese tolle Überraschung haben wir voll genossen. Später haben wir dann erfahren, dass der Stausee Jordán im Jahr 1492 als Trinkwasserspeicher für die Stadt gebaut wurde und angeblich der älteste Talwasserspeicher Mitteleuropas ist.
Die Sonne schien den ganzen Tag und nach diesem einmaligen Erlebnis sind wir gut gelaunt im historischen Zentrum angekommen. In der Nähe des Stadtplatzes habe ich erfreulicherweise gleich mehrere Cafés gesichtet, die sehr einladend und versprechend aussahen. Aber zuerst auf den Marktplatz und hoch auf den Kirchturm. Auch das hat sich gelohnt, es gab nur ein paar vereinzelte Touristen und Touristinnen, die den Turm auch bestiegen. Der letzte Abschnitt des Aufstiegs bestand aus sehr steilen Stufen aus Holz und ganz oben wartete auf uns eine wunderbare Aussicht und eine spezielle Ausstellung von Geldscheinen, Münzen und Briefmarken aus verschiedensten Zeiten und Orten der Welt. Und es handelte sich um eine Verkaufsausstellung – auch sehr interessant.
Nach dem Turmabstieg hat sich schon bei einigen der Hunger angekündigt und deswegen haben wir beschlossen, nach einem Restaurant zu suchen. Letztendlich haben wir uns für einen Inder (“Gateway of India”) entschieden, der zwar auf der anderen Seite der Stadt war (zu Fuß vielleicht 15-20 Minuten), aber die Entscheidung hat sich als richtig bewährt, da alle mit dem Essen zufrieden waren.
Und was haben wir danach unternommen? Wir kehrten wieder zurück auf den Stadtplatz und ab ins hussitische Museum, das auf jeden Fall sehr empfehlenswert ist. Solltet ihr das Museum auch besuchen wollen, empfehle ich euch auf jeden Fall das kombinierte Ticket zu kaufen. Mit diesem könnt ihr nämlich auch an der Führung durch die unterirdischen Gänge, die ehemaligen Keller unter dem Žižka-Platz, teilnehmen. Die weitläufigen Keller aus dem 15. und 16. Jahrhundert wurden in einer Tiefe von bis zu 16 Metern in den Felsen gegraben und sind ein interessantes technisches Denkmal des späten Mittelalters. Der Besichtigungsweg ist etwa 500 Meter lang und dauert ca. 45 Minuten.
Der letzte Programmpunkt war ein Café-Besuch und zwar in dem Café “Kávová zastávka”. Das gemütliche Interieur, der köstliche Kaffee und der leckere Kuchen haben mich auf jeden überzeugt und ich wäre gerne noch länger sitzen geblieben. Da wir uns aber entschieden haben, den Zug um 17 Uhr zu nehmen, haben wir uns am Jordán-See entlang zum Bahnhof begeben.
Auch die Rückfahrt verlief sehr gut und entspannt und kurz nach 18 Uhr waren wir wieder in Prag. Sicherlich könnte man in Tábor noch mehr unternehmen und besichtigen, trotzdem denke ich, dass es sich auch für einen Tagesausflug lohnt. Ich wünsche euch viel Spaß und angenehme Erlebnisse, solltet ihr mal diese schöne Stadt besuchen! 🙂
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